Ulrike Höfken: „Ich bin keine, die im politischen Raumschiff Berlin verschwunden ist“
Wir bleiben beim Wahlkampf in Rheinland-Pfalz – und nutzen die Chance auf ein Interview mit Ulrike Höfken, Spitzenkandidaten der rheinland-pfälzischen Grünen. Die 53-jährige Politikern aus Ingendorf (Kreisverband Bitburg-Prüm) ist eine leidenschaftliche Wahlkämpferin – wie ein kleiner Auszug aus ihrem prall gefüllten Wahlkampfkalender zeigt: 23. August: Tour im Rhein-Hunsrück-Kreis. 25. August, 10 Uhr: Gesund, ökologisch, direkt: Veranstaltung mit Direktvermarktern Ökolandbau aus dem Donnersbergkreis in Schmalfelderhof bei Mannweiler-Cölln. 16 Uhr: Besuch der Firma Solarkraftwerke Kasper in Eisenberg. 19.30 Uhr: Wahlkampfveranstaltung “Recht auf Nahrung – Entwicklungspolitik in Zeiten der Krise” in Worms…
„Natürlich ist der Wahlkampf eine sehr arbeitsintensive Zeit in der Politik. Aber es ist super-interessant, die vielen unterschiedlichen Probleme kennen zu lernen und es ist noch besser, wenn man die Leute unterstützen kann. Wahlkämpfe sind eine wichtige Rückkoppelung für meine Politik. Wahlkampf heißt auch: Es besteht die Chance, viele Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen und die Politik in die Pflicht zu nehmen. Darum finde ich Wahlkampf toll: Es bewegt sich oft was“, erklärt die Grünenpolitikerin, die seit Jahren für den Verbraucherschutz, die Landwirtschaft, Erneuerbare Energie – gegen die Agro-Technik, Atomwaffen und die Monopolisierung der Ernährungsgrundlagen eintritt.

Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) hat Spaß am Wahlkampf. Quelle: ulrike-hoefken.de
Und Ulrike Höfken weiß, wovon sie spricht. „Ich habe langjährige praktische Erfahrungen als Agrar-Ingenieurin und Landwirtin, drei Kinder, bin persönlich verankert in meiner Region und in Rheinland-Pfalz: Ich bin keine, die im politischen Raumschiff Berlin verschwunden ist, sondern stehe mit den Füßen auf der Erde. Ich setze mich mit aller Leidenschaft für soziale Verbesserungen und Umwelt und Tierschutz ein: Das macht meine Glaubwürdigkeit aus“, betont Höfken.
Im Wahlkampf sucht die Rheinland-Pfälzerin daher vor allem den direkten Kontakt mit den Wählern auf der Straße. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese persönliche Ansprache auch im Internet-Zeitalter immer noch die wichtigste ist. Die Wähler möchten die Person kennen lernen und wissen, wer hinter den politischen Forderungen steht“, weiß Höfken. Und so wirbt die Bundestagsabgeordnete für den Green New Deal. „Mit Grün aus der Krise“, so das Motto. 1 Million neue Jobs sollen geschaffen werden.
Nur eine Million neue Jobs, mag sich der Wähler da fragen. Waren es bei der SPD nicht gleich vier? Immerhin versprechen die Grünen detaillierte Auskunft auf ihren Wahlkampfauftritten. „Vor Ort zeigen wir auch praktisch die Möglichkeiten auf, im eignen Land zu Einkommen mit Umwelttechnologien und Erneuerbaren Energien zu kommen statt für rund 80 Milliarde Euro jährlich die Klimakiller Öl, Kohle oder Atom zu importieren“, verspricht Höfken. Alle Bürger sind herzlich eingeladen, mit der Grünenpolitikerin persönlich und hautnah zu diskutieren.